Jesusmässig beten

Die 7teilige Gottesdienstserie ab 13. September 2020

Vielfach sind wir in den vergangenen Wochen und Monaten dazu aufgefordert worden, mehr zu beten. Sogar Bundesrat Guy Parmelin wies vor kurzem in einem Interview darauf hin, dass es Aufgabe der Kirchen sei, die Menschen mehr zum beten aufzufordern. Das Gebet als individuelle Antwort auf Gottes Ansprache ist tatsächlich ein zentraler Punkt im Leben eines jeden Gläubigen. Wer betet, ist von Gott angesprochen worden. Wer betet, löst den Blick von sich selbst und erhebt sein Herz zu Gott (nach Zwingli).

Doch wie sollen wir denn beten? Dies war bereits die Frage der Jünger Jesu. Einer von ihnen bat Jesus, nachdem er ihn beim Beten beobachtet hatte: «Herr, lehre uns beten!» Und Jesus lehrte seine Jünger ein kurzes, schlichtes Gebet, das uns in zwei Fassungen überliefert ist (vgl. Lukas 11,1-4 und Matthäus 6,9-13). Die längere Fassung nach Matthäus enthält nach der Anrede sieben Bitten. Die ersten drei Bitten drehen sich um die universelle Verherrlichung Gottes, während dem es in den nachfolgenden vier Bitten um die geistlichen Bedürfnisse der Gemeinde geht. Dabei ist die Reihenfolge der Bitten unumkehrbar! Die Frucht der nachfolgenden vier Bitten kann nur auf dem Wurzelgrund der vorausgehenden drei Bitten gedeihen und auch genossen werden. Dementsprechend schreibt Timothy Keller: «Das Vaterunser ist so etwas wie die Zusammenfassung aller anderen Gebete, die grosse Gebetsvorlage, was die Prioritäten und Themen, den Zweck, ja den Geist allen Betens betrifft.» Das Unser Vater ist das Modellgebet, das unsere Gebetspraxis formen soll.

Wenn wir gemäss dem Unser Vater beten, beten wir jesusmässig, in seinem Namen. Ist das nicht Motivation genug, in der nächsten Predigtserie tief in dieses Gebet einzutauchen, um es dadurch für unser Gebetsleben neu fruchtbar werden zu lassen?

Kontakt

Adrian Nes
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